Navigation

Startseite

Seite 1

Aufklärende Fragen zur Transsexualität

Home

Vita Harumi

Kurzchronik

Mein Weg - eine Betrachtung

Tagebuch

Wie kannst Du helfen?

OP-Technik nach Dr. Schaff

Ga-OP Nachsorge

Erklärungen

.....

Galerien:

Meine Veränderung

Mein neues Leben

Freundinnen / Freunde

Rechtliches:

Gesetze, Beschlüsse

Standards of Care

Beleidigung - am Beispiel Verein

-

Gästebuch

Bannertausch

Links

E-Mail

Impressum

Sitemap

 

www.Harumi-Michelle.de

Zu meinem Ausschluss aus dem

Brandenburger Modellbahn-Freunde e.V.

und der damit im Zusammenhang stehenden

Beleidigung durch "angesehene" Vereinsmitglieder

 

Die eklatante Missachtung grundgesetzlich geschützter Persönlichkeitsrechte in diesem Verein, was durch die damalige wie heutige Vereinsführung auch noch unterstützt wurde bzw. wird, haben mich bewogen, die ganze Verfahrensweise zu dieser Angelegenheit hier zu veröffentlichen. Es soll aber auch ebenfalls Betroffenen zeigen, dass es nicht zwecklos ist, gegen ähnlich geartete Diffamierungen erfolgreich vorzugehen.

Es ist doch erschreckend, wie weit sich angeblich hochintelligente und auch angesehene Menschen zu primitivsten Aktionen hinreißen lassen, wenn sie mit Transgenderismus direkt konfrontiert werden:  

>Transgender (lat. trans „jenseitig“, „darüber hinaus“ und engl. gender „soziales Geschlecht“) ist ein Begriff für Abweichungen von der zugewiesenen sozialen Geschlechterrolle beziehungsweise den zugewiesenen sozialen Geschlechtsmerkmalen (Gender). (Zitat aus Wikipedia)<

Den Modellbahnverein sah ich seiner Zeit wie eine Lebensaufgabe. An eine Trennung hatte ich auch nach Aufgabe des Vereinsvorsitzes Anfang Oktober 2006 nach 22 Jahren und 35 Jahren Mitgliedschaft nicht gedacht. Nun bin ich nicht mehr Mitglied dieses Vereins, zur Wahrung des Vereinsfriedens aus wichtigem Grund (satzungsgemäße Begründung) am 28.03.2008, knapp 1,5 Jahre nach meinem Rückzug vom Vereinsvorsitz, ausgeschlossen worden. 

Wieso dieser Ausschluss?

Bei meinem Coming-out Anfang 2007 vor meiner Frau und Freunden verstand ich mich noch als Transvestit, als "Wanderer" zwischen den Geschlechtern, eine der Stationen meiner Selbstfindung. Mit weiterer Selbsterkenntnis wurde der Wunsch, auch ganz als Frau leben zu wollen, immer stärker und dazu gehörte eben auch, dass ich mich nach und nach überall outete, so auch im Verein, im Brandenburger Modellbahn-Freunde e.V..

Ein Transvestit im Brandenburger Modellbahn-Freunde e.V. und dann auch noch der ehemalige Vorsitzende, viele fielen da in ein tiefes Loch. Jahrelang geprägt durch Gesellschaft und Umfeld fingen sie an, sich selbst zu hinterfragen: Verflucht, ich habe die ganze Zeit mit einem Transgender Freud’ und Leid des Vereins geteilt, der gar kein „richtiger Mann“ ist. Sie machten sich nun Gedanken, wie wohl die Gesellschaft reagiert, wenn herauskäme, dass sie mit einer Transfrau dem gleichen Hobby nachgehen. Kurzer Hand hat sich die damalige Vereinsführung und gewisse ehrenwerte Mitglieder, die sich berufen fühlten, den Verein vor solchen Menschen zu "retten", zusammengesetzt und eine Strategie für den Ausschluss entworfen und durchgeführt. 

Bald wusste ich, ich bin transsexuell und warum sollte das verleugnet werden? War ich nun, weil ich wie eine Frau leben wollte, weil ich eben transsexuell bin, plötzlich ein schlechter Mensch geworden? Mein Denken und Fühlen hat sich, abgesehen von meiner allgemeinen Verweiblichung, nicht geändert. Ich bin die, die ich immer war, nur, ich lebe endlich meine wahren Gefühle. "Typisch männliche Gebärdungen" wie machohaftes Verhalten usw. waren mir schon immer suspekt und hatten mich bisweilen sogar gequält. 

Heute bin ich im gesamten privaten, wie auch öffentlichen Leben eine voll sozialisierte Frau, trage gern Röcke, Nylons, liebe lange gepflegte Haare und mache mich gern schön. Ich bin kein Fetischist und bin auch nicht pervers oder schwul. Das sind nur breitgetretene Vorurteile derer, die überhaupt nicht wissen oder wissen wollen, was wir Transsexuelle wirklich für Menschen sind, dass wir unsäglich darunter leiden, im falschen Körper leben zu müssen.

 

Zitat des Bundesverfassungsgerichtes:

Art 1. Abs. 1 GG schützt die Würde des Menschen in der Individualität, in der er sich selbst begreift. Dieser Verfassungsgrundwert gewährleistet zugleich in Verbindung mit Art. 2 Abs. 1 GG die Freiheit des Individuums, sich seinen Fähigkeiten und Kräften entsprechend zu entfalten.

Aus der Achtung der Menschenwürde und dem Grundrecht auf freie Entfaltung der Persönlichkeit folgt das Gebot, den Personenstand des Menschen dem Geschlecht zuzuordnen, dem er nach seiner psychischen und physischen Konstitution zugehört (vgl. BverfGE 49, 286).

Die Frage, welchem Geschlecht sich ein Mensch zugehörig empfindet, betrifft dabei seinen Sexualbereich, den das GG als Teil der Privatsphäre unter den verfassungsrechtlichen Schutz der Art. 2 Abs. 1 i.V. Art.1Abs.1 GG gestellt hat (vgl. BverfGE 47, 46; 60, 123: 88, 87). Jedermann kann daher die Achtung dieses Bereichs verlangen.

Das schließt die Pflicht ein, die individuelle Entscheidung eines Menschen über seine Geschlechtszugehörigkeit zu respektieren.

 

In mehreren eindringlichen Gesprächen hatte der Vereinsvorstand versucht, mir mein weibliches Auftreten bei Vereinsveranstaltungen jeglicher Art zu verbieten. Man hat mir, ins Besondere die Eheleute Frau und Herr S., vor den anderen Vereinsmitgliedern kurz nach meinem Coming-out offiziell kundgetan, dass ich als Transgender (Zitat) "...zum Kotzen..." bin und sie sich "...vor mir ekeln...". Da dies in einer offiziellen Mitgliederversammlung geschehen ist, habe ich es als Beleidigung verstanden und nach deutschem Recht ist das ein Straftatbestand. Der Vereinsvorstand versuchte es allerdings immer wieder vehement nur als "normale freie Meinungsäußerung" zu deklarieren und sah sich auch nicht veranlasst, sich umsichtig um Schadensbegrenzung zu mühen. Freie Meinungsäußerung schon, aber dann bitte nicht derart verbal! Im gleichen Atemzug hat man mir nahegelegt, die Schilderung dieser Tatsache auf dieser Homepage wegen Schädigung des Ansehens des Vereins zu unterlassen. Freie Meinungsäußerung mit zweierlei Maß! Und dann hat man mir noch erklärt, dass der Verein ja eine gewisse Erziehungsaufgabe gegenüber jüngeren Vereinsmitgliedern hätte. Zu was sollen diese Mitglieder nun erzogen werden? Zu kleinkariertem Denken, zu Weltfremdheit, zu überholten Dogmen, zu Menschenverachtung, also weg von den Persönlichkeitsrechten nach Grundgesetz? (vergl. o.g. Zitat) Von Pädagogik hat da eh' keiner Ahnung. Kriegen die Menschen, die einigen in diesem Verein nicht passen, wieder wie schon mal in trauriger deutscher Geschichte ein Zeichen auf die Brust und werden durch die Straßen zum Bahnhof getrieben???

Hier noch ein sehr interessantes Zitat aus Virus-Logo (5658 Bytes)von 1998. Transformiert auf die Verhältnisse im Brandenburger Modellbahn-Freunde e.V. hat sich in Sachen Verständnis und Toleranz in 10 Jahren aber auch gar nichts verändert. Es gibt auch keinen Unterschied zwischen den Vereinsmitgliedern des Brandenburger Modellbahn-Freunde e.V. heute und den Bewohnern von Quellendorf in Sachsen-Anhalt damals:

Nationale Politik:

Sex und Politik

Nein, hier geht es nicht um die Clinton-Lewinsky-Affäre. Und auch nicht um andere Sex-Skandale in der Politik. Überhaupt geht es hier nicht um irgendwelche Schlüpfrigkeiten - aber sehr wohl um eine gewisse Art von Perversion.
Ganz demokratisch endete am 29. November ein wahres Trauerspiel deutschen Demokratieverständnisses. An diesem Tag wurde Michaela Lindner, Bürgermeister der kleinen Gemeinde Quellendorf, von der Mehrheit der Dorfbewohner abgewählt - oder sollte man sagen: fallen gelassen, wie eine heiße Kartoffel? Der Grund ist banal: Michaela Lindner ist transsexuell und hat sich offen dazu bekannt. Was das mit der Amtsführung als Bürgermeister zu tun hat? Nun, ganz offensichtlich gar nichts. Und auch die Initiatoren der Abwahl trauten sich deshalb kaum, die Transsexualität als Grund anzugeben. Statt dessen fanden sie ganz plötzlich Mängel in der Amtsführung des Bürgermeisters, die vor seinem Outing scheinbar niemand bemerkt hatte. Plötzlich gab es eine Menge „objektiver“ Argumente gegen Michaela Lindner - garniert mit süffisanten Zweideutigkeiten und anzüglichen Seitenhieben. Keiner der Gegner hatte den Mut, offen zuzugeben, dass er bereit ist, einen Menschen wegen seiner sexuellen Ausrichtung zu diskriminieren.
Aber eigentlich ist diese Diskriminierung ebenso wenig eine Frage der Sexualität wie eine Frage der Politik. Hier geht es vielmehr und ganz einfach um Intoleranz - die Missachtung der Persönlichkeit und Individualität eines Menschen. Menschen, die sich nicht in bestimmte Normen fügen, werden von den „anständigen Bürgern“ ausgegrenzt. Und dabei handelt es sich bei diesen Normen nicht um rechtliche und noch nicht einmal um moralische Normen - das wäre ja noch verständlich und zu rechtfertigen. Nein, hier geht es um reine Äußerlichkeiten: welchen Namen, welche Frisur, welche Kleidung jemand zu tragen wünscht. Mit (Trans-)Sexualität hat das rein gar nichts zu tun. Die „anständigen Bürger“ Quellendorfs hätten sicherlich genauso entschieden, wenn ihr Bürgermeister, ohne transsexuell zu sein, einfach gern „Frauen“- oder exotische Kleidung getragen hätte. Und es ist auch kein speziell Quellendorfer Problem. Fast überall in Deutschland (und nicht nur in Deutschland) wäre die Entscheidung genauso ausgefallen.
Nicht Transsexualität, wie von den Abwahlinitiatoren behauptet, sondern Intoleranz ist eine Krankheit - und zwar eine, die weite Teile des deutschen Volkes befallen hat. „Ausländer raus!“ - Rufe sind da nur die Spitze des Eisberges. Die Quellendorfer Bürgermeisterabwahl zeigt, dass der Hass gegen Menschen, die einfach nur anders sind, viel tiefer sitzt und ein Grundmerkmal der Deutschen darstellt. Da ist es gut feststellen zu können, dass es auch andere Deutsche gibt. In Quellendorf war es zwar nur eine Minderheit, aber dafür eine streitbare! Viele Bürger konnten nicht verstehen, wieso ein Bürgermeister, der sich für seine Gemeinde eingesetzt und viel Gutes erreicht hat, wegen persönlicher Eigenschaften abgelöst werden sollte. Viele Menschen, nicht nur aus Quellendorf, erklärten sich öffentlich mit Michaela Lindner solidarisch, bezogen eindeutig Stellung gegen Diskriminierung und Dummheit.
Und so hat dieser bedauerliche Fall von Engstirnigkeit und Intoleranz auch seine gute Seite. Viele Menschen haben sich solidarisiert und durch das große Medieninteresse werden hoffentlich noch viel mehr Menschen zum Nachdenken über ihre eigenen Vorurteile angeregt. Interessant übrigens, dass gerade dieses Medieninteresse ein Hauptstreitpunkt beim Abwahlverfahren war. Denn die Bürgermeistergegner hatten - aus offensichtlichen Gründen - wenig Begeisterung für eine öffentliche Ausbreitung ihrer zweifelhaften Auffassungen und Machenschaften übrig. Mit den Mauscheleien, die überhaupt erst zum Abwahlverfahren geführt hatten, bleibt man halt gern im Dunkeln - und ebenso natürlich mit seinem unbegründeten Hass gegen einen engagierten und freundlichen Menschen. Diese ganzen Vorgänge sind schlimm, aber richtig ekelhaft wird es dort, wo die „anständigen Bürger“ zu feige sind, ihre Geisteshaltung offen zuzugeben und sich stattdessen hinter „Demokratie“ und anderen Ausreden verstecken. DAS - und nicht Transsexualität - ist das wirklich Perverse bei der ganzen Sache.

T.D.

 

Noch ein paar Worte zu unserer Gesellschaft: Unsere Gesellschaft tut immer wie tolerant sie sei, doch es wird noch viele Jahre dauern bis unsere Gesellschaft so tolerant ist, wie sie vorgibt zu sein. Erst dann werden Transidente, Transgender, wie auch Homosexuelle u. a. so unbeschwert leben können, wie sie es eigentlich wünschen. Der Brandenburger Modellbahn-Freunde e.V. macht den Anfang dazu jedenfalls nicht!

 

Hier die Mitteilung über meinen Ausschluss aus dem Brandenburger Modellbahn-Freunde e.V. nach 36,5 Jahren Mitgliedschaft.

Warum kann man uns Transidente nicht leben lassen, wie wir sind? Wir schaden doch niemandem! Ich lebe mein Leben, lebe glücklich und zufrieden nun als Frau und die anderen leben ihr Leben. Wir haben nur das eine!!! 

Warum werden wir von Euch Männern und Frauen gequält und gedemütigt? Das beste Beispiel sind ja diese meine eigenen Erfahrungen in diesem Brandenburger Modellbahn-Freunde e.V.!

 

Zitat:

Maria Sabine Augstein
Rechtsanwältin
Personenstandsrecht
Fachanwältin für Sozialrecht

"Es gibt keine wirksamen rechtlichen Möglichkeiten gegen abfälliges oder auch beleidigendes Verhalten durch die Umwelt, selbst wenn der Straftatbestand der Beleidigung erfüllt ist. Eine effektive Strafverfolgung der Beleidigung gibt es nur bei Beleidigung im Straßenverkehr oder wenn Polizeibeamte beleidigt werden. Sonst stellt die Staatsanwaltschaft das Verfahren ein und verweist auf den Privatklageweg. Wenn die Betroffene dann Privatklage zum Amtsgericht gegen den Täter erhebt, stellt der Amtsrichter das Verfahren wegen Geringfügigkeit ein, oder es kommt zu einem läppischen Vergleich, der nichts bringt."

 

So wie von Rechtsanwältin Frau Augstein beschrieben, stellte auch hier die Staatsanwaltschaft das Verfahren ein und verwies auf den Weg einer Privatklage, den ich auch gegangen bin. Für mich brachte der Vergleich dann aber doch etwas positives und darüber freue ich mich riesig. Die Beklagte Frau J. S. muss mir, Frau Harumi Michelle Waßerroth, 125.- € zahlen, nicht viel, aber die Überweisung war für sie sicherlich die schwerste Überweisung, die sie in ihrem Leben je getätigt hat, denn von Einsicht ihrerseits war im gesamten Verfahren nichts zu spüren. Sie dachte immer, was für eine "Größe" sie wäre, so ist sie auch in die Verhandlung gegangen, und ist dann kläglich gescheitert. Wenn das Ergebnis finanziell auch mager ausgefallen war, es ist ein riesiger ideeller Erfolg für uns Betroffene, dass solche Personen in ihre Schranken verwiesen werden.


Im Anschluss nun die Klageschrift gegen die zwei Vereinsmitglieder wegen Beleidigung und das Protokoll der Gerichtsverhandlung, in der der Richter vergebens versuchte, den Beklagten zu erklären, dass freie Meinungsäußerung zwar nicht verboten ist, aber die Achtung der Persönlichkeit dabei nicht vergessen werden darf. 

(Und zur Untermauerung des Rechtsverständnisses im Brandenburger Modellbahn-Freunde e.V. hatte der Verein auch noch reichlich "Schützenhilfe" zur Verfügung mitgeschickt.)


Man beachte in dem nun folgenden Sitzungsprotokoll die Anrede meiner Person. Obwohl das Namenänderungsverfahren beim AG Potsdam noch nicht abgeschlossen war, wurde ich bereits gemäß o.g. Feststellung des Bundesverfassungsgerichtes zum Leidwesen der Beklagten mit meinem neuen Namen genannt und meiner neuen Sozialisierung angeredet.

 

Anmerkung meinerseits:

Wenn auch viele "liebe" Mitbürger uns Trans* gern in die Wüste schicken würden, wir sind trotzdem kein Freiwild und wissen uns zu wehren!  

___________________________________________________________________________________

 

Zitat (leider weiß ich nicht mehr wo ich das mal kopiert hatte):

>... Wer transsexuelle Frauen als Männer bezeichnet und nicht nachvollziehen kann, warum eine Frau auch rechtlich als Frau behandelt werden will, insbesondere wenn sie sich in ein medizinisches Verfahren - von der Hormontherapie bis zur genitalangleichenden Operation - begibt, und nicht als "identitätsgestörter Mann", muss sich nicht wundern, wenn man ihm unterstellt, hier Menschenrechtsverbrechen zu begehen.... < 

Und genau das wurde mit mir versucht!

 

Eine lustige Episode von der Silvesterparty 2009 zu 2010 möchte ich hier aber nicht unerwähnt lassen.

Meine Partnerin und ich haben den Jahreswechsel in einer Gaststätte gefeiert. Wie der Zufall es wollte, feierte dort auch ein Ehepaar, die beide für meinem Ausschluss gestimmt haben und auch heute noch Mitglied im Brandenburger Modellbahn-Freunde e.V. sind. In seinem Betrieb hatte der Ehemann dieses Paares rumerzählt, dass im Modellbahnverein ein Mann war, der als Frau verkleidet zu den Vereinsabenden kam und das sei doch nicht tragbar, weshalb er auch aus diesem Verein rausgeschmissen werden musste. Und bei dieser Silvesterfeier hatte er mich nun keinen Augenblick aus den Augen gelassen. Ich wurde ständig von ihm beobachtet. Allerdings hatte ich auch meine weiblichen Reize nicht gerade verborgen. Wenn er aber nun meine Weiblichkeit so verabscheut, dann muss man sich fragen, warum dieses unablässige Beobachten? Ging in ihm etwas Bestimmtes vor und seine Unterhose hatte deshalb, als er wieder zu Hause war, einen Zwickel so hart wie ein Koffergriff!?! 

Ich weiß es nicht! .....

 

Ich will der Zeit als Vereinsmitglied nicht nachtrauern, es war Haralds Zeit. Harald war einmal, nach offizieller Namenänderung ist Harumi Michelle heute und sie ist - ebenfalls ganz offiziell - weiblich. Ein Mensch, der den Weg der Transformation von einem Geschlecht zum anderen geht, ist in diesem Verein offensichtlich nicht erwünscht, egal was er vorher für den Verein geleistet hat. Alkoholkranke sind dagegen kein Problem. Sie sind willige Mitglieder, erledigen einfache Aufgaben und vor allem, sie diskutieren nicht. Diese Mitglieder werden von denen, die sich anfangs vehement gegen die Aufnahme solcher Menschen gesträubt und später auch mich ausgegrenzt haben, eben bis zu o.g. Beleidigung, gern ausgenutzt.

Wie gesagt, Haralds Zeit ist vorbei! Beim Aufräumen und Abschluss dieses Lebensabschnittes ist mir noch viel Material hauptsächlich aus privater Sammlung über die Vereinsgeschichte in die Hand gefallen, die ursprünglich für die Vereinschronik gedacht war. Eigentlich schade, es war vorwiegend unersetzliches Material über die 1980er und 1990er Jahre, unwiederbringlich. Ich habe es nun dem Aktenvernichter zur "weiteren Bearbeitung" übergeben. Es war einmal !  

 

Nachtrag vom Mai 2012 und Ergänzung von 2017:

Heute, mit ausreichend Abstand gesehen, bin ich recht froh darüber, dass es einen schnellen, wenn auch nicht gerade schmerzlosen Ausschluss gegeben hat. Ich hatte mich über die Art und Weise mächtig geärgert, aber es war so wohl am besten. In diesem Verein konnte ich keine Zukunft mehr haben. Kleinkariertes Denken, erzkonservative Ansichten und Personenkult können mit Menschen, die nicht genau so - die "anders"- sind, eben nichts anfangen.

Nach all diesen Erfahrungen hatte ich mit dem Thema 'Mitgliedschaft in einem Verein' eigentlich abgeschlossen. Ich wollte keinem Verein mehr beitreten, auch die Gründung einer neuen Interessengemeinschaft hatte ich ad acta gelegt.

Aber sage niemals nie! Der Zufall wollte es, dass die Arbeitsgemeinschaft Osthavelländische Kreisbahnen e.V. (abgekürzt: AG OHKB e.V.), durch meine zweite Homepage (Touristikportal), in der auch die Verkehrsgeschichte Brandenburgs mit behandelt wird, auf mich aufmerksam wurde. Der damals stellvertretende Vorsitzende dieses Vereins hatte unermüdlich versucht, mich nach Ketzin zu locken. Und er sollte für seine Hartnäckigkeit belohnt werden; Heute bin ich Mitglied in diesem Verein. Sicherlich ist auch hier für einige Mitglieder die Nähe zu so einem Menschen wie mich neu und ungewohnt, aber sie sind nett und korrekt zu mir.

Auf Grund meiner Kenntnisse und Erfahrungen im Bereich Gleisbau und Bahnbetrieb hat man mir auch gleich die Federführung für alle bahntechnischen Belange übertragen. Ein weiterer Traum wurde wahr, ein Stück Eisenbahnstrecke (ab Anschl. Vorketzin) und ein nicht mal so kleiner Bahnhof, auf dem ich mich "austoben" kann.

Der Zufall wollte es, dass dann auch noch für mich der Erwerb einer kleinen betriebsfähigen Rangierlok vom Typ N 4b, für die ich eine Bedienungsberechtigung habe, möglich wurde. Einen Eisenbahnführerschein habe ich ja aus meiner beruflichen Laufbahn. Diese Lok ist nach Schaffung der Voraussetzungen als Leihgabe für die AG OHKB e.V. im Dienst.

Im Januar 2017 hatte ich dann noch einen Lehrgang zum Anschlussbahnleiter besucht und bin nun von der Landeseisenbahnaufsicht des Landes Brandenburg offiziell als "Anschlussbahnleiterin für nichtöffentliche nicht bundeseigene Eisenbahnen mit eigener Betriebsführung mit Triebfahrzeugen oder mit sonstigen Rangiermitteln", wie es offiziell heißt, zertifiziert und bestätigt.

Im Brandenburger Modellbahn-Freunde e.V. wollte man mich nicht mehr mit der kleinen Eisenbahn "spielen" lassen, nun habe ich bei der AG OHKB e.V. eine große, richtige Eisenbahn zum "Spielen"!

 

© H. M. Waßerroth

Nach oben

 

Counter