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Aufklärende Fragen zur Transsexualität

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Mein Lebensweg zur Frau ~

eine kurze Analyse der fast

unendlichen Geschichte

mit Happyend

 

 

Ich bin Harumi Michelle eine Frau. Leider bin ich mit einem männlichen Körper auf die Welt gekommen. Ich wurde also als Mädchen aber mit Penis und Hoden geboren und muss deshalb in einem falschen Körper leben. Sehr lange hat es gedauert, bis ich das begriffen und dann in diesem Zusammenhang akzeptiert habe. 

Auf Grund meines männlichen Körpers wurde ich auch als Junge erzogen und glaubte, dass das so richtig ist. Die vielen Jahre in der Rolle eines Mannes haben in mir eine Scheinwelt suggeriert, aus der ich irgendwann ausbrechen musste, weil das eben nicht meine wahre Welt, meine wahre Identität war. Ein langer diesbezüglicher Reifeprozess, überschattet von Ablenkungen, hat diese Erkenntnis langsam wachsen lassen. Natürlich bin ich auch dankbar für die schönen Zeiten in der Rolle eines Mannes, aber das war es nicht, was mich dauerhaft glücklich machen konnte. Bereits seit meiner Kindheit wünschte ich mir schon immer, träumte davon, eine Frau zu sein und so zu leben. Frau sein ist in dieser angeblich aufgeklärten Gesellschaft nicht immer leicht, Transfrau in der Phase des Identitätswechsels teils besonders schwer heute bin ich eine Frau, die zwar eine transsexuelle Vergangenheit hat, doch ich bin es gern. 

Lange habe ich mich gesucht, anfangs mehr sporadisch, später dann bewusst und nun endlich gefunden. Deshalb auch der Entschluss und die Entscheidung, meine Identität in die einer Frau zu ändern mit allen Konsequenzen. Ich bereue keinen Schritt meines Weges. Ich würde es immer wieder machen!

Mit diesem Entschluss fing für mich, im Gegensatz zu vielen anderen Betroffenen, der eigentliche Leidensweg erst an. Bis zu diesem Zeitpunkt lebte ich im Prinzip relativ ruhig und ausgeglichen. Zwischen meinem Hobby, der Modelleisenbahn, und dem Wunsch eine Frau sein zu wollen, bestand über die ganzen Jahre eine nahezu stabile Balance. Ich wurde so erzogen, und teilweise war es auch der Mangelwirtschaft der DDR zu schulden, dass ich versuchte, die vorhandenen Gegebenheiten zu akzeptieren wie sie sind und mich damit so gut wie möglich zu arrangieren. Erst in den letzten Jahren, etwa ab dem Zeitpunkt des Outing von Frau Lindner in Quellendorf im Jahr 1998 kam diese Balance in Schieflage. Aber wie die Jahre zuvor, akzeptierte ich weiter mein Dasein als Mann und diesen männlichen Körper als naturgegeben und eine eventuelle Angleichung stand nicht auf der Tagesordnung. 

Nachdem die Modelleisenbahn als Hobby dann eine untergeordnete Rolle spielte, nicht mehr fast meine gesamte Freizeit beanspruchte, fing ich an, mich selbst zu suchen. Recht schnell folgte mein Outing im Bekanntenkreis und bald auch allseitig. Meine Selbstdiagnose, dass ich im falschen Körper stecken muss, was sich alsbald bestätigte, führte mich zur Transition und zu dem Entschluss, auch meinen männlichen Körper nun dem einer Frau anzugleichen. Ich sah darin keine großen, gar fast unüberwindbaren Probleme. Natürlich war ich mir bewusst, dass dieser Weg kein Spaziergang, sondern sehr schwierig und nervenaufreibend werden wird. Von Freundinnen und aus dem Internet hatte ich so einige Schicksalswege kennengelernt. Mit meiner Lebenserfahrung, die ganzen Probleme, die ich im Zusammenhang mit meinem Vereinsvorsitz im Modellbahnverein aber auch anderswo und immer wieder auch mit anderen Menschen bewältigt hatte, war ich mir sicher, auch dies zu schaffen. Viele Betroffene haben diesen Wechsel ja auch geschafft. Soziale Probleme gab es bei mir nicht. Meine Frau bzw. Partnerin hält zu mir, ich habe einen guten Job, bin finanziell abgesichert und werde im allgemeinen bis auf wenige Ausnahmen nun als Frau akzeptiert. Also habe ich voller Elan und Zuversicht meinen Identitätswechsel im Behördlichen und mit medizinischen Maßnahmen begonnen. Alles klappte wunderbar, ich kam gut voran. Viele liebe Freundinnen habe ich kennengelernt und konnte mir ihre Erfahrungen zu Nutze machen. Gern gaben sie mir Tipps und Ratschläge. Doch bald kam dann als erstes das Namenänderungsverfahren ins Stocken. Man hatte am Vormundschaftsgericht in Potsdam wegen hohen Arbeitsaufkommens keine Zeit. Das Versenden eines Formularbriefes dauerte so schon mal 3 Monate, anschließend verschwand nach Aussage einer Justizsekretärin ein Gutachten aus unerklärbaren Gründen und die Wiederbeschaffung dauerte noch mal 5 Monate. Unter dem Strich vergingen dadurch so fast auf den Tag genau 14 Monate bis zur Rechtskraft des Beschlusses meiner Namenänderung. 

Nebenher wollte ich meinen Namen mit Hilfe des Ergänzungsausweises der dgti auch schon bei der Krankenkasse und dem Rentenversicherungsträger auf meinen neuen Namen ändern. Bei beiden sah man aber ohne richterlichen Beschluss keine Handlungsmöglichkeit. Erst mit Hilfe eines entsprechenden Schreibens des Ministeriums des Inneren (zu finden in den Erstinformationen unserer SHG) betreffs der Würdigung des Ergänzungsausweises war man bereit, die Namensänderung schon vor einem Gerichtsbeschluss vorzunehmen. Bei anderen Krankenkassen und BfA geht das beispielsweise meist völlig unkompliziert.

Noch schlimmer sollte es mit der Bearbeitung meines Antrages auf Kostenübernahme für die Ga-OP durch die Krankenkasse kommen. Gleich am Anfang war auch schon Stillstand, weil der mich begleitende Psychiater 7 Monate brauchte, um die Indikation dafür zu formulieren. Er ließ mich obendrein 6 Monate davon in dem Glauben, alles sei an die Krankenkasse gesendet worden. Als herauskam, dass dem nicht so ist, bemühte er entschuldigend die immer gern benutzte Ausrede, er hätte bisher noch keine Zeit dafür gehabt. 

Gleich von vorn weg abgelehnt, einen endokrinologischen Bericht zu fertigen, hatte es der zu dieser Zeit einzige in Brandenburg an der Havel praktizierende Endokrinologe. Man war nicht bereit, sich, Zitat: "...nun auch noch mit Transsexuellen abzugeben ...". Ein Glück, dass Berlin nicht weit entfernt ist und ich dort einen guten Arzt finden konnte. Somit waren nun 2 weitere Monate vergangen und ich musste den gegen Ende des Jahres 2009 ins Auge gefassten Termin für die Ga-OP im Oskar-Ziethen-Krankenhaus in Berlin abschreiben. Nachdem sich nach Aussage meiner Krankenkasse der MDK in Brandenburg und der MDK in Berlin endlich einig waren, wer nun meinen Antrag begutachtet, vergingen weitere 3 Monate bis sich meine Krankenkasse wieder meldete, weil der MDK dann unbedingt dringend noch einen Befund vom Urologen haben wollte, der belegt, dass durch die Behandlung mit weiblichen Hormonen die Hoden verkümmert sind. Wozu? So schnell natürlich in Brandenburg an der Havel wieder unmöglich, musste ich mir diesen Facharzt ebenfalls in Berlin suchen. Glücklicher Weise fand ich gleich einen verständnisvollen Arzt. Und weil das nun alles so schnell gehen sollte, war danach wieder Stillstand, wie erwartet, mit der bereits bestens bekannten Begründung, es wäre bisher noch keine Zeit für eine weitere Bearbeitung gewesen. 

Sicherlich auf Grund des immer wieder Nachbohrens, weil das nun auf Grund der Terminvorverlegung für die Ga-OP langsam immer eiliger wurde, bekam ich nach weiteren 2,5 Monaten vom MDK Berlin endlich eine Einladung zu einem psychiatrischen Gespräch in weiteren 6 Wochen. Aber dieser Termin lag 2 Tage nach dem OP-Termin! Eine Vorverlegung dieses Termins wurde mit der allseits bekannten Begründung ausgeschlossen.

Ich hatte dann diese Angelegenheit meinem Anwalt übergeben, da alles immer mehr auf ein Gerichtsverfahren zum Einklagen der entstehenden Kosten hinauslief. 

Eine liebe Berliner Freundin, sie tut sehr viel für uns Betroffene, wollte diesem Affentanz nun doch auf den Grund gehen. Sie war nach Absprache mit mir beim Berliner MDK und versuchte zu klären, welches denn wirklich das Problem sei. Ihr wurde nochmals bestätigt, was eigentlich bekannt ist, dass der MDK nicht unbedingt seinen Senf dazu geben muss. Letztendlich entscheidet eh' die Krankenkasse als Leistungsträger mit oder ohne MDK. Diese Aussage hat dann auch mein Anwalt gegenüber der Krankenkasse nochmals dargelegt und nachhaltig gefordert, über meinen Antrag nun endlich zu entscheiden, da ja die geforderten Unterlagen schon lange vorliegen. Und es ging, nach gut 16 Monaten Bearbeitungszeit lag mir endlich die Zusage zur Kostenübernahme für die Ga-OP durch die Krankenkasse vor. 

Dann war auch noch meine Krankschreibung wegen Depressionen wegen Auslaufen der gesetzlichen Maximaldauer nicht mehr weiter möglich und auf Grund der Blockfrist in den nächsten 15 Monaten ebenfalls nicht. Das hieß, ich müsste wieder arbeiten gehen, obwohl mir ein vorher erstelltes weiteres Gutachten völlige Arbeitsunfähigkeit auch wegen Mobbing bescheinigte. 

Natürlich würde ich gern wieder arbeiten, mich nun als Frau in meinem Betrieb weiter beruflich beweisen. Meine Tätigkeit hatte mir trotz vieler Widrigkeiten immer viel Spaß gemacht, auch wenn man hier und da öfter mal über dies und das kräftig schimpft. Sich jedes Mal neu beweisen müssen, jede Baustelle brachte neue Herausforderungen, neue Menschen kennenlernen. All das machte meine Tätigkeit so interessant und vielseitig. Meine Umsetzung ins Lager als Disponentin war ein Versuch. Aber auch das geht nicht mehr. Zu groß ist die Ablehnung und Intoleranz in diesem sehr männlich dominierten Betrieb. Man hat mir sogar den Triebfahrzeug-Führerschein weggenommen, als wenn ich eine Straftat begangen hätte. Einzig der Einzug der Bauartberechtigung wäre wegen Nichtteilnahme an den laufenden Schulungen und fehlender Praxis durch die lange Krankschreibung legitim gewesen. Als wenn die Herren der Schöpfung plötzlich Angst um ihre eigene Sexualität haben, obwohl das was ganz anderes ist. In Wirklichkeit sind es arme und vielfach in dieser Beziehung dumme Menschen, die gar nicht wissen, was es bedeutet, transsexuell zu sein und sie haben auch kein Interesse, sich damit, trotz Nähe zu einer Betroffenen nicht mal ansatzweise, vertraut zu machen.

So muss ich mich für die Zukunft also an ein völlig neues Arbeitsumfeld und an einen neuen Aufgabenbereich gewöhnen. Da mein bisheriger Betrieb eine 100 %ige Bahntochter ist, kann ich an anderer Stelle innerhalb der DBAG hoffentlich ohne große Probleme eine neue Tätigkeit beginnen. Ich hoffe, ich packe das. Aber bis dahin müssen erst mal die Haupt- und Nach-OP der geschlechtlichen Angleichung inklusive der jeweiligen direkten Nachsorge absolviert werden....   

An ein gutes und vor allem schnelles Ende dieser gesamten Prozedur der Transition wollte ich fast kaum noch glauben. Die Psyche war seit längerem am Boden. Nie hätte ich je gedacht, dass ich mal psychisch so tief abgleite. Ich kenne eine ganze Reihe Betroffener, die am Ziel angekommen sind, sicherlich haben sie auch viel auf ihrem Weg durchgemacht, aber von so einem Eiertanz im gerichtlichen Verfahren und vor allem bei der Bearbeitung des Antrages auf Kostenübernahme durch die Krankenkasse bzw. den MDK und auch der Indikationsbegründung durch einige Ärzte ist mir nur je ein Fall direkt bekannt. 

Ich konnte mich dann trotzdem riesig auf die Ga-OP freuen, auch weil ich schneller dazu kam, als ursprünglich geplant. Dass ich nun endlich ganz am Ziel meiner Träume ankommen werde, hatte meiner Psyche unheimlich gut getan und die Zusage zur Kostenübernahme war der sogenannte i-Punkt.

Oft hatte ich mich gefragt, ob ich irgendwie was falsch machen muss. Immer wieder diese Rückschläge, die nun wohl gar nicht so typisch waren, wenn man meinen Weg mit dem Weg vieler anderer Betroffener bis zur körperlichen Angleichung vergleicht. Sicherlich sind da auch der eine oder andere Rückschlag, teilweise sehr tiefgreifende, aufgetreten. 

Oder ich empfand meine Rückschläge durch meine persönliche Sichtweise eher dramatisch, obwohl die Rückschläge anderer Betroffener aus ihrer Sicht bestimmt nicht weniger dramatisch erschienen.

Dass Ummeldungen, Namensänderungen und Entscheidungen zu medizinischen Leistungen, die ja gesetzlich zugesichert sind und im Leistungskatalog stehen, auch schneller bearbeitet werden können und dann erfolgen, beweisen jedenfalls die Erfahrungen anderer Betroffener auch in Berlin/Brandenburg. 

Womöglich gab es für die eine oder andere Verzögerung auch triftige Gründe, doch jahrelang hat man sich gequält und nun endlich zur Entscheidung durchgerungen, da ist jedes Hindernis eine zusätzliche psychische Belastung. Nicht wenige haben deshalb auch kapituliert.

Trotz des ganzen Martyriums, was ich bei meiner Transition durchlebt habe, kann ich mich glücklich schätzen. Vom Beginn meiner Transition am 19.08.2008 bis zum 1. Schritt der Ga-OP am 30.06.2010 sind nicht mal ganz 2 Jahre vergangen. Ein doch respektables Ergebnis, zumal die Wartezeiten auf die Ga-OP bei guten Chirurgen in Deutschland bisweilen sehr lang sind. Wie ich heute weiß, bei Dr. Schaff schon besonders lang. Durch die Terminvorverlegung waren es nur 7 Monate. Und weitere 5 Monate weiter hatte ich nun auch meine Nach-OP. So habe ich die Transition immer noch in einer relativ kurzen Zeitspanne absolvieren können, auch wenn alles für die Seele viel zu langsam war. Andere Betroffene kennen diesen Eindruck auch, oft dauert alles noch länger.   

 

Ich konnte also die Ga-OP bei Dr. Schaff in München früher als geplant bekommen und hatte dem auch freudig zugestimmt.

Nach Abgeltung meines Urlaubes aus dem Jahr 2009 und eines Teiles aus 2010 bin ich nicht wieder arbeiten gegangen und wurde auf Grund der OP wieder krankgeschrieben. Was durch diese Verfahrensweise am Rande aber wieder einen unsäglichen Behördenkrieg heraufbeschworen hatte, denn ich habe ja noch einen Arbeitsplatz, bin krankgeschrieben, bekomme aber gesetzlich kein Krankengeld mehr, muss natürlich trotzdem Versicherungsbeiträge und, und, und weiterbezahlen. Das Leben geht ja weiter. Vom Sozialhilfeträger (ARGE) bekomme ich jedenfalls eine Ablehnung, ich soll erst mal unsere Lebensversicherungen aufbrauchen. Wenn die denken, die können mich jetzt noch ärgern, dann haben sie sich aber gehörig getäuscht!

Heute gehe ich wieder arbeiten, sogar in meinem alten Betrieb und bin dort größtenteils anerkannt und geachtet, bis auf einige ewig Gestrige, die das ganz einfach nicht raffen können.

 

Obwohl Deutschland sich immer sehr gern überall damit rühmt, wie fortschrittlich es mit seinem Rechtssystem und mit der Umsetzung der Menschenrechte ist, auf Transsexuelle scheint das nur wenig zuzutreffen. Wen wundert's auch, wenn selbst die Bundeskanzlerin in ihrer Rede zum Tag der Deutschen Einheit 2010 die christlichen Wertevorstellungen der deutschen Regierung lobpreist. Und solange der Oberhirte in Rom selbst mit sogenannten "Randgruppen" trotz der auch immer wieder von ihm selbst geforderten Nächstenliebe ein unversöhnliches Problem hat, wird sich folglich hier in diesem Staat nichts Grundlegendes ändern. Selbst fortschrittliche Gesetze können nur durch fortschrittliche Menschen umgesetzt werden und hier in diesem "Sozialstaat" müssen andere Menschen entscheiden, was für uns Betroffene, und das besonders bei den medizinischen Maßnahmen, angeblich gut genug scheint. Nicht selten fallen Entscheidungen nach gut Dünken, wobei sicherlich im Hintergrund auch die eigene (vielleicht gar soooo christliche?!?) Einstellung mitspielt. Wer kann das schon beweisen und hat gar noch die Kraft dagegen anzugehen? So werden wir meist immer einen unsäglichen Kampf um Linderung unseres Leides des "Im-falschen-Körper-Steckens" führen müssen. Denn die über uns entscheidenden Menschen haben außerdem in den seltensten Fällen, wenn überhaupt, eine Vorstellung davon, was es heißt, mit einem falschen Körper leben zu müssen, wenn Körper und Seele nicht harmonieren. Und wie gesagt, noch viel schlimmer ist die Erkenntnis, du bist diesen Menschen nahezu hilflos ausgeliefert. Bei dem, was sich der MDK Berlin und die Bahn-BKK bei mir geleistet hat, aber auch angebliche Christen, kann man nur mit dem Kopf schütteln. Leider ist mein diesbezügliches "Erlebnis" kein Einzelfall, sondern Gang und Gäbe. Ich will aber und kann hier auch nicht alle Christen in einen Topf werfen; Ich bin natürlich auch mit Christen befreundet, die wahre Nächstenliebe leben – ohne Einschränkungen nach sexueller Identität, Glauben etc.

Oder anders formuliert, erklären sie vielleicht mal einem Dialysepatienten, dass er die für ihn nun endlich bereitstehende neue Niere nicht bekommen könne, weil der MDK noch keine Zeit hatte, eine Empfehlung abzugeben, ob die erforderliche OP überhaupt angeraten ist und dass die Krankenkasse sich nicht traut, eine Entscheidung eigenverantwortlich zu fällen, obwohl sie zur Kostenübernahme gesetzlich verpflichtet ist.

Und dann ist da noch die Kardinalfrage; Gott hat den Menschen so geschaffen, wie er ist dürfen wir da mit medizinischen Maßnahmen eingreifen? Oder ist etwa doch in der Himmelsfabrik bei der Menschenerschaffung etwas schief gegangen?

Besonders lustig war dann das, man kann sagen Entschuldigungsschreiben, was die Krankenkasse nach endlich erfolgter Kostenzusage an meinen Anwalt geschickt hat.

 

 

Wir fordern nichts anderes, als gleiches Recht für alle!

Wir Transsexuelle sind doch keine schlechteren Menschen - oder?

 

Kurze Aufschlüsselung der Bearbeitungszeit bzw. Dauer

  

Transition und Transformation zur Frau ( seit 18.08.2008 durchgängiges Leben als Frau)

19.08.2008    Beginn meiner Transformation zur Frau,    02.11.2010    Ich bin am Ziel meiner Transition - körperlich und behördlich.

                                                                                           12.11.2010    Meine neue Geburtsurkunde mit dem Eintrag >weiblich< liegt mir vor.

                        Dauer: 2 Jahre + 2 Monate + 3 Wochen + 3 Tage

gerichtliche Vornamenänderung

03.09.2008    Antrag auf gerichtliche Vornamenänderung,    09.10.2009    Gerichtsbeschluss zur Vornamenänderung 

                                                                                            ab 28.10.2009    Beschluss rechtskräftig 

                        Dauer: 1 Jahr + 1 Monat + 3 Wochen + 4 Tage

Entscheidung zur Kostenübernahme der Ga-OP durch Krankenkasse

14.02.2009    Antrag auf Kostenübernahme für Ga-OP bei der BKK Bahn,  25.06.2010    Bestätigung der Kostenübernahme (nach Einschalten meines Anwaltes, weil beim MDK partout kein zeitnaher Termin für ein Begutachtungsgespräch zu vereinbaren war)

                        Dauer: 1 Jahr + 4 Monate + 1 Woche + 4 Tage

(14.11.2009   reale Wartezeit auf eine Entscheidung: 7 Monate + 1 Woche + 4 Tage,  abgezogen 7 Monate für Erstellung der Indikation und 2 Monate für Beschaffung des endokrinologischen Berichts)

 

Harumi Michelle

Überarbeitet bzw. ergänzt am 20.11.2011

© H. M. Waßerroth

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