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Aufklärende Fragen zur Transsexualität

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Cross-Dressing

Cross-Dressing ist, unabhängig vom jeweiligen Beweggrund, das Tragen der spezifischen Bekleidung eines anderen Geschlechts.

Das Wort wurde in den frühen 1970er Jahren in den USA von einer Gruppe von heterosexuellen Cross-Dressern geprägt, um die bestehenden Assoziationen von Transvestitismus zu Schwulen und transvestitischem Fetischismus zu vermeiden. Während der Begriff schnell aufgegriffen wurde, um jedwedes Tragen andersgeschlechtlicher Bekleidung zu bezeichnen, trifft man es auch noch in der ursprünglichen Bedeutung an.

Cross-Dressing, das Ausdruck der Geschlechtsidentität einer Person ist, wird zu Transgender gerechnet, anderes Cross-Dressing nicht.

Allerdings ist es bei historischen Personen nicht mehr nachvollziehbar, inwieweit ihr Cross-Dressing eine Frage der Geschlechtsidentität war.

 

Cross-Dressing als Ausdruck von Geschlechtsidentität

Transgender verspüren, unabhängig von der Ausprägung, auch den Wunsch, ihre Geschlechtsidentität nach Außen auszudrücken, dazu gehört, neben Manierismen und Stimme und Sprache in erster Linie die Bekleidung. Daher praktizieren außer in extremen Umständen (Gefängnis, Verfolgung von Cross-Dressing etc) eigentlich alle Transgender Cross-Dressing; wobei dieses entweder in die Alltagsbekleidung integriert sein kann oder explizit, dann häufig im Verborgenen oder Privaten, durchgeführt werden kann.

Insbesondere "Frauen" (siehe Transmann) haben die Möglichkeit, "männliche" Bekleidungsstücke in die Alltagsbekleidung zu integrieren, was bewusst oder unbewusst geschehen kann. Das Cross-Dressing ist üblicherweise nicht mit sexueller Erregung oder sexuellen Handlungen verbunden. "Weibliche" Cross-Dresser legen im Allgemeinen nicht nur wenig Wert auf frauentypische Kleidung, sondern auch wenig Wert auf frauentypische Berufswahl, oder generell auf als frauentypisch verstandenes Verhalten.

"Männer" (siehe Transfrau) haben diese Möglichkeit umgekehrt weniger, so dass es hier häufiger zu bewusstem Cross-Dressing kommt, dies aber auch wesentlich häufiger Probleme auslösen kann (z.B. wenn der Lebenspartner dies entdeckt). Ebenso kommt es hier gelegentlich zu Kompensation; sprich, während im Alltag oft besonders gut versucht wird, die männliche soziale Rolle auszufüllen, wird das Cross-Dressing "nur" als Transvestitismus oder auch Transvestitischer Fetischismus verstanden, ohne mit der eigenen Geschlechtsidentität zusammenzuhängen. Während dies natürlich auch der Fall sein kann, gibt es nicht nur viele Transfrauen, welche später vollständig die Geschlechtsrolle wechselten, die von entsprechenden Phasen berichten. Immer mehr "männliche" Cross-Dresser versuchen auch, das Empfinden von Weiblichkeit in ihr Leben zu integrieren. Das Cross-Dressing kann, muss aber nicht mit sexueller Erregung oder sexuellen Handlungen verbunden sein. (Siehe auch untenstehenden Absatz "CD als sexuelle Stimulation")

Daher lässt sich, während Cross-Dressing im Allgemeinen von allen Transgender praktiziert wird, nicht vorhersagen, ob und inwieweit jemand, welcher zur Zeit nur Cross-Dressing betreibt, später permanent die Geschlechtsrolle wechseln wird, und inwieweit diese Person dafür juristische oder medizinische Maßnahmen benötigen würde.

Diese Form des Cross-Dressings wird häufig, wie jeder Ausdruck einer von der Norm abweichenden Geschlechtsidentität, fast immer sanktioniert; die Sanktionen reichen von Ablehnung aus dem sozialen Umfeld bis zur Todesstrafe.

 

Cross-Dressing als Mittel zum Zweck:

Verkleidung

Am bekanntesten dürfte Cross-Dressing als extreme Form der Verkleidung sein, um widrigen Umständen zu entkommen. Dazu gehören unter anderem Frauen, die Männerkleider tragen, um Vergewaltigungen zu entkommen, was besonders häufig in kriegerischen Situationen auftritt. Auch sind etliche Fälle bekannt, wo Gefangene in der Kleidung des anderen Geschlechts flohen. Auch heute noch und in Friedenszeiten sehen sich Frauen zu diesem Schritt genötigt.

Cross-Dressing im Theater

Wohl zu den bekanntesten Cross-Dressern der Theaterwelt zählt Sarah Bernhardt, die um eine bestimmte Rolle spielen zu können in Männerkleider schlüpfte. So spielte sie zum Beispiel 1899 den Hamlet in Shakespeares gleichnamiger Tragödie. Freilich war der Begriff hierfür damals noch nicht geprägt. Sie wurde dennoch dafür bewundert und bestaunt.

Zeitgenössische Inszenierungen, insbesondere wenn mit kleinem Budget auf Tournee gegangen werden muss, bedienen sich allgemein gerne dem Mittel der Besetzung von mehreren Rollen mit ein und dem selben Darsteller. Meist handelt es sich um eine Kombination aus Sprechrolle und Statistenrollen. Die Statistenrolle wird dann für den Zuseher zumindest formal durch andere Bekleidung, Accessoires oder auch künstliche Bärte von der ersten Rolle abgetrennt. Die Auftrittsfolge muss darauf natürlich abgestimmt sein. Hierzu gehört auch das Schlüpfen in die Rolle des jeweilig anderen Geschlechts. Bekannte Beispiele sind die Verkleidungen des politischen Kabarettisten Mathias Richling und des Satirikers Oliver Kalkofe.

Cross-Dressing als Verkleidung im Film

Cross-Dressing im Film tritt fast ausschließlich in dieser Form auf. Frauen in Männerkleidung waren besonders oft im deutschen Film um 1930 zu sehen (Renate Müller in Viktor und Viktoria, Dolly Haas in Liebeskommando). In der Nachkriegszeit vertauschte Liselotte Pulver in der Rolle einer entführten Grafentochter im Rahmen des Films Das Wirtshaus im Spessart ihre Kleider. Auch in neueren Filmen sind Frauen wiederum in entsprechenden Rollen zu sehen, z.B. Barbra Streisand in Yentl oder Julie Andrews in Victor/Victoria.

Bei neueren Versionen von Cross-Dressing handelt es sich aber in der Mehrzahl um Männer in Frauenkleidern. Diese Männer tun dies im Rahmen der Rolle, um vor etwas zu fliehen (Manche mögen's heiß durch Tony Curtis und Jack Lemmon), aus Gefälligkeit (Charleys Tante durch Charlie Chaplin, Heinz Rühmann, Peter Alexander und andere, ursprünglich ein Theaterstück) oder um etwas zu erreichen, was sie als Mann nicht erreichen können (Tootsie durch Dustin Hoffman).

In der Persiflage Das Leben des Brian werden zahlreiche Aspekte des Cross-Dressings in mehr oder weniger ernster Weise aufgegriffen. So bemüht sich Brian bei der Flucht vor den Römern kurzentschlossen um einen Bart auf dem Markt, der sonst üblicherweise nur von den lokalen Frauen gekauft wird, da diese sich für die Beiwohnung bei Steinigungen verkleiden mussten, an denen sie sich sonst nicht beteiligen dürften. Die Frage "Sind Frauen anwesend?" wird bei solchen Hinrichtungen im Film oftmals mit unüberhörbar weiblichen Stimmen beantwortet ohne dass großes Misstrauen aufkommt. Brians Mutter wurde dagegen von Terry Jones in Frauenkleidern dargestellt und wurde in der deutschen Synchronisation mit hoher Fistelstimme versehen. Das theatertypische Mehrfach-Engagement der Darsteller wurde ebenso praktiziert.

Ein Beispiel für besonders zugespitztes Cross-Dressing ist die österreichische Komödie Zauber der Montur/Wenn Mädchen ins Manöver zieh'n (1958): Hier verkleiden sich notgedrungen Maria Sebaldt und Christine Görner als adelige Offiziere, ihre Freunde Harald Juhnke und Gunther Philipp aber als deren Frauen. Alle vier müssen sich schließlich mit einem falschen Oberst (Grethe Weiser) auseinandersetzen.

Charakteristisch für dieses Genre ist, dass an der wahren geschlechtlichen Identität der cross-dressenden Protagonisten nicht die geringsten Zweifel geweckt werden (dürfen), üblicherweise behält der cross-dressende Mann daher "männliche" Verhaltensweisen (was zu mehr oder weniger komischen Situationen führt) und verliebt sich in eine Frau. Am Ende wird die Verkleidung entdeckt oder abgelegt, so dass auch hier kein Zweifel am wirklichen Geschlecht der Protagonisten aufkommen kann.

Ausnahmen von dieser Regel gibt es nur sehr wenige, nahezu ausschließlich in Independent-Filmen, selten auch in Fernseh-Filmen. Häufig handelt es sich dann um biographische oder pseudo-biographische Filme.

Cross-Dressing als politische Aussage

Cross-Dressing kann auch für eine politische und/oder soziale Aussage benutzt werden, am bekanntesten dürfte dies aus der Lesben- und Schwulenbewegung sein, wobei sich dies hier gelegentlich mit einem Cross-Dressing als Ausdruck von Geschlechtsidentität überschnitt. Als politische Aussage allerdings ist es hier aus der Öffentlichkeit seit den 1980er Jahren weitestgehend verschwunden. Es lebt allerdings weiterhin auf der Bühne und als Drag Queen zu den CSDs; allerdings ist hier die politische Aussage weitestgehend geschwunden, und es handelt sich nur noch um einen mehr oder weniger akzeptierten Ausdruck der entsprechenden Subkultur.

Gelegentlich wird Cross-Dressing auch ohne jeden Zusammenhang mit Lesben, Schwulen und/oder Transgendern benutzt, um Aufmerksamkeit für eine politische Aussage zu erregen; denn insbesondere ein Mann in Frauenkleidern kann sich dieser sicher sein. So zogen beispielsweise einige Mitglieder der Kommune I zu einigen Aktionen Frauenkleider an.

Cross-Dressing als sexuelle Stimulation

Das Tragen der Kleidung des anderen Geschlechts kann eine Erregung sexueller Gefühle hervorrufen. Ob hierbei der Reiz des Verbotenen, oder eine nur latent gespürte andersgeschlechtliche Seite in sich ausgelebt wird, ist individuell verschieden. Oft ist es auch nur die Faszination, die von einzelnen Kleidungsstücken ausgeht (Fetischismus), welche man sich zur Steigerung des fetischistischen Empfindens selber überstreift. Das können einzelne Kleidungsstücke sein (Strumpfhosen, Strumpfhalter, BHs, Slips, Blusen, Anzüge, Krawatten), aber auch das vollständige Bekleiden mit der Kleidung des anderen Geschlechts (auch inklusive Perücke und Schminke). Während des Tragens der Kleidung, in einer Zeitspanne, die im Belieben des Crossdressers liegt (Minuten bis hin zu einem ganzen Tag, mitunter sogar in der Öffentlichkeit), kommt es oft zur leichten bis starken körperlichen Selbststimulanz (Masturbation) und schließlich dem Erreichen des Orgasmus. Nach dem sexuellen Höhepunkt und dem damit verbundenen Nachlassen der sexuellen Erregung ist es das Bedürfnis vieler Crossdresser sich der fremden Kleidung sehr rasch wieder zu entledigen und in ihr eigenes Geschlecht zurück zu kehren. Die sexuelle Orientierung spielt bei dem Tragen der Kleidung des anderen Geschlechts keine Rolle. Crossdresser sind, entgegen vieler bestehender Vorstellungen, zumeist heterosexuell.

Cross-Dressing als rituelle oder kulturelle Handlung

Cross-Dressing kommt auch bei rituellen und/oder kulturellen Handlungen und Traditionen vor, wovon in westlichen Kulturen allerdings nicht viel übriggeblieben ist; allenfalls noch das Männerballett zu Karneval. Bemerkenswert ist dazu, dass beispielsweise das Funkenmariechen des Kölner Karnevals ursprünglich ein Mann in Frauenkleidern gewesen ist, was während im Dritten Reich- zusammen mit dem Wechsel der traditionell männlichen Besetzung der Jungfrau des sogenannten Kölner Dreigestirns durch eine Frau – geändert wurde, um homosexuelle Anspielungen auszuschließen. Dies ist im Zusammenhang damit zu sehen, dass weibliche Theaterrollen, wozu auch die Darstellung der Jungfrau im Karneval gehört, in vergangenen Jahrhunderten seit der Antike traditionell fast immer mit Männern besetzt wurden.

In anderen Kulturen hat oder hatte Cross-Dressing allerdings oft einen wichtigen Stellenwert. So gehört der sexuelle Rollentausch, augenscheinlich repräsentiert durch den Tausch der Kleidung, auf den pazifischen Inseln zu einem wichtigen Gegenstand nunmehr christlicher Feste.

Popart und Literatur

Das Cross-Dressing ist in den letzten zwei Jahrzehnten auch intensiv behandelt worden in den asiatischen Comics, den Mangas. Aktuelle Beispiele "Yubisaki Milktea" und andere Manga, die derzeit auf dem Markt erhältlich sind.

 

Transvestitismus

Unter Transvestitismus (lat.: trans: hinüber; vestire: kleiden) wird das Tragen der Bekleidung eines anderen Geschlechts als Ausdruck der eigenen Geschlechtsidentität verstanden. Transvestitismus ist unabhängig von der sexuellen Orientierung und keine spezifisch homosexuelle Erscheinung.

Geschichte

Transvestitismus ist ein von Magnus Hirschfeld 1910 geprägter Begriff. Er beschrieb damit alle Menschen, die, gleich aus welchen Gründen, freiwillig Kleidung trugen, welche üblicherweise von dem Geschlecht, dem sie körperlich zugeordnet waren, nicht getragen wurde; und zwar sowohl Männer als auch Frauen. Heute entspricht dieser Begriff am ehesten dem Begriff Transgender.

Eine erste Unterscheidung zwischen Transvestitismus und seelischem Transsexualismus traf Hirschfeld selbst im Jahr 1923 in der letzten Ausgabe seines Jahrbuches für sexuelle Zwischenstufen, um das Begehren einiger Transvestiten nach körperlicher Anpassung an das andere Geschlecht zu beschreiben. 1953 griff Harry Benjamin diese Unterscheidung in seinem Artikel Transvestism and Transsexualism (Intl. Journal of Sexology) auf und etablierte sie 1966 mit seiner Veröffentlichung The Transsexual Phenomenon in der Sexualmedizin. Diese beiden Kategorien sind auch heute noch die bekanntesten aus dem Transgender-Spektrum. Seit den späten 1970er Jahren ist auch der Begriff Cross-Dressing geläufig, dazu kommen noch die Begriffe Travestie und Drag.

Abgrenzung von anderen Begriffen

Die folgenden drei Begriffe werden zum Transgender-Spektrum gerechnet, die Abgrenzung zum Transvestitismus ist jedoch unscharf:

Das Tragen von Kleidung eines anderen Geschlechts in der Öffentlichkeit oder privat. Üblicherweise nicht in übertriebener Form wie beim Drag. Früher wurde die Bezeichnung Transvestitismus auch für Cross-Dressing verwendet.

Zu unterscheiden ist hier zwischen Drag Queens und Drag Kings:
Drag Queens sind anatomische Männer, die Frauen in einer extrem überzeichneten Weise darstellen. DRAG steht hier für Dressed As A Girl.
Drag Kings (Dressed As A Guy) hingegen wird häufig für alle Menschen mit einem weiblichen Körper, die in irgendeiner Form Männlichkeit darstellen, benutzt. Dies schließt das gesamte Spektrum des Transvestitismus und einen großen Teil des Transgender-Spektrums ein.

Kunstform des Transvestitismus; Darstellung einer (Bühnen-)Rolle eines Geschlechts durch Personen des anderen Geschlechtes.

Üblicherweise besteht bei all diesen Formen (außer unter Umständen bei Drag Kings) nicht der Wunsch nach einem vollständigen Wechsel der Geschlechtsrolle, die Übergänge dazu, ebenso wie die Übergänge zwischen den obengenannten Formen, sind aber in der Praxis sehr fließend.

Insbesondere ist es nicht selten, dass der Wunsch nach einem vollständigen Geschlechtsrollenwechsel durch intensives Cross-Dressing für lange Zeit kompensiert werden kann, ehe dieser durchbricht und nicht mehr kompensiert werden kann, und ein vollständiger Wechsel der Geschlechtsrolle angestrebt wird.

Rollen- und Namenstransvestitismus

Bei diesen Transvestiten spielt der Fetisch kaum/ keine Rolle und sie fühlen sich temporär wohl in der dargestellten entgegengesetzten Geschlechtsrolle. Sie wollen in dieser Zeit auch im Gegengeschlecht wahrgenommen und behandelt werden. Kennzeichnend ist bei dieser Variante, dass es selten zu Rollenüberzeichnungen kommt. Natürlichkeit wird angestrebt. Dennoch nicht der komplette Wechsel wie bei der Transsexualität, sondern nur temporär. Es besteht eine Grauzone und eine Schnittmenge hin zur Transsexualität. Manche dieser Transvestiten „werden“ später transsexuell (latente Transsexualität).
Diese Variante des Transvestitismus ist meistens unabhängig von der sexuellen Orientierung.

Pathologisierung

Transvestitismus unter Beibehaltung beider Geschlechtsrollen

ICD-10-Code:

F64.1

Transvestitismus ist laut ICD-10 eine psychische Störung, und wird dort unter dem Code F64.1 (Transvestitismus unter Beibehaltung beider Geschlechtsrollen) geführt. Zur Diagnose dieser Störung werden hauptsächlich drei Kriterien herangezogen:

  • Tragen der Kleidung des anderen Geschlechtes, um sich vorübergehend dem anderen Geschlecht zugehörig zu fühlen.

  • Fehlen jeder sexuellen Motivation für das Tragen der Kleidung des anderen Geschlechtes.

  • Kein Wunsch nach endgültiger geschlechtsangleichender Operation.

Eine andere Diagnose ist „Transvestitischer Fetischismus“. Er gilt ebenfalls als psychische Störung und wird den Paraphilien (F65.1) zugerechnet. Transvestitischer Fetischismus (DSM-IV) oder Fetischistischer Transvestitismus (ICD-10) ist demnach ein Fetischismus, der auf die Bekleidung oder Bekleidungsstücke eines anderen Geschlechts gerichtet ist, um sexuelle Erregung zu erleben. Voraussetzung für die Einordnung als Fetischismus bzw. als Paraphilie ist jedoch, dass die Bedürfnisse oder Verhaltensweisen in klinisch bedeutsamer Weise Leiden oder Beeinträchtigungen mit sich bringen.

Die Diagnosen sind umstritten, da die meisten Betroffenen, bei denen die Diagnose F64.1 (Transvestitismus unter Beibehaltung beider Geschlechtsrollen) oder die Diagnose F65.1 (Transvestitischer Fetischismus) gestellt wird, ein ganz normales Leben führen. Die meisten Transvestiten sind verheiratet, gehen einer Arbeit nach und verkleiden sich nur privat. Aus diesem Grund wird ausschließlich dann eine psychische Störung diagnostiziert, wenn die Betroffenen in klinisch bedeutsamer Weise darunter leiden (Davison und Neale, 2002).

 

Transgender

Transgender ist ein Begriff für Abweichungen von der sozialen Geschlechtsrolle beziehungsweise den sozialen Geschlechtsmerkmalen (Gender).

Grundlagen

Das Wort ist einerseits eine Bezeichnung für Menschen, die sich mit der Geschlechtsrolle, die ihnen üblicherweise bei der Geburt, in der Regel anhand der äußeren Geschlechtsmerkmale, zugewiesen wurde, nur unzureichend oder gar nicht beschrieben fühlen, und andererseits eine Selbstbezeichnung für Menschen, die sich mit ihren primären und sekundären Geschlechtsmerkmalen nicht oder nicht vollständig identifizieren können. Manche Transgender lehnen auch jede Form der Geschlechtszuweisung- bzw. -kategorisierung grundsätzlich ab – vergleiche auch den wissenschaftlichen Begriff Gender Identity Disorder (deutsch: Geschlechtsidentitätsstörung). Transgender der Richtung Mann-zu-Frau werden häufig als Transfrau bezeichnet, Transgender der Richtung Frau-zu-Mann als Transmann.

Von den meisten Transgender-Aktivisten wird Transgender als ein Oberbegriff für all diejenigen Menschen verwendet, die sichtbar aus den klassischen Geschlechts-Rollenzuordnungen ausbrechen. Die bekanntesten damit verbundenen Termini sind die beiden für grundsätzlich unterschiedliche Zusammenhänge stehenden Begriffe Transsexualität und Transvestitismus. Doch auch noch einige andere nicht-transsexuelle Menschen, die ständig oder vorwiegend in einer anderen als der ursprünglich zugewiesenen Geschlechtsrolle leben, sind Transgender: Dazu zählen auch Cross-Dresser, bewusst androgyne Menschen, Drag Kings und Drag Queens, aber nur dann, wenn das Überschreiten der Geschlechtsrolle für sie nicht nur als Travestie, einer öffentlich zur Schau gestellten Verkleidungskunst, anzusehen ist. Üblicherweise nicht eingeschlossen (obwohl im Einzelfall die Abgrenzung schwierig sein kann) ist transvestitischem Fetischismus, da der Geschlechtsrollenwechsel hier nur zeitweise, und nur zur sexuellen Stimulation vollzogen wird.

Transgender können unter die herkömmlichen Definitionen eines der obengenannten Begriffe passen, müssen es jedoch nicht. Ob und in welchem Maße Transgender medizinische geschlechtsangleichende Maßnahmen anstreben ist in jedem einzelnen Fall verschieden, dies gilt auch für die Änderung des Vornamens und gegebenenfalls des Personenstandes.

Da die obengenannten Begriffe bei aller teils grundlegenden Verschiedenheit dennoch nicht alle Variationsmöglichkeiten abdecken, werden gelegentlich auch „nur“ jene Menschen, welche unter die Definition von Transgender, jedoch nicht unter eine der „klassischen“ Definitionen von Geschlechtsidentitätsstörungen fallen (üblicherweise Cross-Dressing/Transvestitismus und Transsexualismus) als Transgender bezeichnet.

Das Gegenteil von Transgender wird manchmal als „Biomann“ und „Biofrau“ und von Sigusch mit dem englischen Wort Cisgender beziehungsweise Zissexuell (lat. cis- „diesseits“ und engl. gender „Geschlecht“) bezeichnet, meint also Menschen, deren Geschlechtsidentität mit ihrem körperlichen Geschlecht übereinstimmt; dies trifft auf die allermeisten Menschen zu.

Der Begriff „Transgender”

Transgender ist eine Wortbildung zu lateinisch lat. trans, „jenseitig“, „darüber hinaus“ und engl. gender - soziales Geschlecht.

Obwohl heute fast ausschließlich als Oberbegriff benutzt, beziehungsweise als (Selbst-Bezeichnung für Menschen, die sich nicht auf eine der oben genannten engeren Kategorien festlegen wollen, wurde der Begriff Transgender in den 1970er Jahren von Virginia Price in den USA geprägt, um eine ganz bestimmte Gruppierung zu beschreiben, nämlich jene Menschen, welche zwar die soziale Geschlechtsrolle vollständig wechseln wollten, aber keine chirurgischen Eingriffe, und insbesondere keine genitalangleichende Eingriffe anstrebten (und diese häufig auch generell ablehnten).

Da der Begriff Transgender seit den 1980er Jahren zunehmend als gender-politischer Oberbegriff gebraucht wurde – gleichzeitig und zusammenhängend mit der Ablösung von women’s studies (Frauenforschung) durch Gender Studies – setzte sich in den USA für die erste Gruppe der Begriff Transgenderist durch. Diese Gruppierung ist in Europa kaum bis gar nicht vertreten - hier hatte ein breiterer öffentlicher Transgender-Diskurs ja erst um 1995 begonnen. Der Gebrauch als spezifisch nicht-transsexuelle vollständige Geschlechtsrollenwechsler findet sich vor allem noch im Bereich der Medizin, die im DSM-IV (Diagnostik and Statistical Manual of Mental Disorders) zwischen den formalen Diagnosen GID („Gender Identity Disorder“ für Transsexualität) und GIDNOS („Gender Identity Disorder Not Otherwise Specified“ für Transgender) unterscheidet, ist aber auch im nicht-medizinischen Bereich noch anzutreffen.

Allgemeines

Berichte über Personen oder Vorfälle, die Geschlechtsrollenwechsel beschreiben, finden sich in nahezu allen Kulturen dieser Welt. Unter Betrachtung historischer Personen oder Vorfälle, lässt sich äußerst selten eine Aussage darüber treffen, ob ein Verhalten seine Ursache darin hatte, dass eine Person Transgender war, oder ob es sich lediglich um eine praktische Umgehung der Grenzen der jeweiligen Geschlechtsrolle handelte (zum Beispiel bei den relativ häufigen Fällen von Frauen, die als Männer verkleidet Soldaten wurden). Selbst wenn in einigen Fällen entsprechende Aussagen vorliegen, sind diese selbst im besten Falle von den kulturellen Gegebenheiten zu dieser Zeit geprägt, und natürlich davon, dass Begriffe wie Transgender, Transsexualität, oder auch „Homosexualität“ gar nicht existieren. Häufig sind sie allerdings auch davon geprägt, dass sie oft im Zusammenhang mit einer strafrechtlichen oder religiösen Verfolgung zustande kamen, und viele Aussagen mit dem Ziel gemacht wurden, eine möglichst geringe Strafe zu erhalten.

Allerdings beruht nicht jedes Auftreten in einer anderen als der (aufgrund der eigenen Geschlechtsmerkmale) zugewiesenen Geschlechtsrolle auf einem Gefühl der Nichtzugehörigkeit zum eigenen Geschlecht. Dies kann auch rein praktische Ursachen haben. Bekannte Beispiele dafür dürften Frauen sein, die sich in Situationen, in denen sie eine Vergewaltigung befürchten (zum Beispiel im Krieg) als Männer verkleiden oder im umgekehrten Fall, Männer die sich als Frauen verkleiden, um zu überleben (zum Beispiel bei Massakern).

Außerdem kennen viele Kulturen rituelle Geschlechtswechsel, die meist nur zeitweilig sind. In westeuropäischen Kulturen findet sich solches nur noch im Männerballett zu Karneval und Ähnlichem.

Daneben haben etliche Kulturen spezifische soziale Rollen für einige oder alle Menschen, die sich ihrem Geburtsgeschlecht nicht zugehörig fühlen, etwa die Two-Spirit vieler nordamerikanischer Indianerstämme, indische Hijras, die Khanith Omans oder thailändischen Katoys.

Reaktionen und Sanktionen

Das Abweichen von den jeweilig vorgegebenen Geschlechtsrollen (die sich nicht in jeder Kultur auf nur zwei mögliche beschränken) wird üblicherweise sozial, häufig auch strafrechtlich oder religiös negativ sanktioniert. So wurde Jeanne d'Arc unter anderem deswegen verbrannt, weil sie sich weigerte, einen Eid abzulegen, niemals wieder Männerkleidung anzuziehen.

Während entsprechende Gesetze in Europa in den letzten Jahrzehnten abgeschafft wurden, oder nie bestanden, gibt es selbst in einigen Bundesstaaten der USA noch Gesetze, die das öffentliche Tragen von nicht zum eigenen Geschlecht zugehöriger Kleidung (siehe Cross-Dressing) unter Strafe stellen, allerdings werden diese mit zunehmender Liberalisierung immer seltener angewandt. Weiterhin gibt es in den meisten westlichen (Europa, Nordamerika) sowie einigen anderen Ländern (zum Beispiel Japan, Iran) mittlerweile Gesetze, welche die rechtlichen Aspekte eines Geschlechtsrollenwechsels regeln. In vielen nicht-westlichen Ländern allerdings wird entsprechendes Verhalten wesentlich härter bestraft, bis hin zur Todesstrafe (beispielsweise in vielen islamischen Ländern).

Gesellschaft

In der heutigen westlichen Gesellschaft sind sowohl rituelle als auch aus Not geborene Geschlechtsrollenwechsel äußerst selten geworden, so dass man nahezu immer davon ausgehen kann, dass wer dort Transgender-Verhalten zeigt, dies aus innerer Notwendigkeit tut. Denn eine von den üblichen Geschlechtsrollen abweichende Geschlechtsrollenpräsentation beruht üblicherweise nicht oder nur bedingt auf einer freiwilligen Entscheidung, sondern sie ist für einige Transgender eine innere Notwendigkeit, da sie die Präsentation in einer akzeptierten Geschlechtsrolle (Heteronormativität) sehr belastend, oder sogar als unlebbar empfinden. Viele Transgender bemühen sich, oft jahre- oder gar jahrzehntelang, darum, den Erwartungen der Gesellschaft zu entsprechen, schaffen dies aber nie so, dass sie sich selber in dieser Rolle wohlfühlen. Viele schaffen es nicht einmal, andere Menschen von diesem Konflikt mit der, ihrem inneren Empfinden nicht entsprechenden Geschlechtsrollenpräsentation, zu überzeugen. Aus diesem Konflikt entstehen häufig psychische Probleme, psychische und psychosomatische Krankheiten, Suchtprobleme und Ähnliches.

Klassifikation nach ICD-10

F64.0

Transsexualismus

F64.9

Störung der Geschlechtsidentität, nicht näher bezeichnet

Dieser Tatsache teilweise Rechnung trägt in Deutschland seit 1980 das Transsexuellengesetz, welches zumindest die rechtlichen Notwendigkeiten eines Geschlechtsrollenwechsels von weiblich zu männlich (oder umgekehrt) regelt, da Transsexualität als medizinisch behandlungsbedürftiger Zustand anerkannt ist. Wenn auch mit unterschiedlicher Folgen hinsichtlich der Kostenübernahmen für chirurgische oder andere medizinische Maßnahmen existiert die Diagnose F64.9, die neben Intersexualität unter anderem auch für Transgender angewendet wird.

Viele Transgender kritisieren mittlerweile allerdings, dass nur für die medizinische Diagnose Transsexualität, beispielsweise chirurgische Maßnahmen, zu der Leistungspflicht der Krankenkassen gehören, welche nur einen relativ kleinen Teil des Transgender-Spektrums umfasst, während Transgendern, welche die Kriterien für Transsexualität nicht erfüllen, die aber juristische oder medizinische Maßnahmen ebenso benötigen, diese nicht oder nur unter Schwierigkeiten erhalten können.

Einige Transsexuelle dagegen beharren auf der Beibehaltung des Transsexuellengesetzes in seiner bisherigen Form und den medizinisch unterschiedlichen Diagnosen, weil sie bei einer Aufweichung der Grenzen einen Verlust in ihrer gesellschaftlichen Akzeptanz befürchten.

Ursachen

Über die Ursache von Transgendern ist nichts bekannt. Zwar existieren eine Vielzahl von psychologischen Theorien, und auch einige, die körperliche Ursachen annehmen; jedoch konnte keine dieser Theorien bisher empirisch belegt werden. Zu jeder einzelnen bis dato postulierten Theorie jedoch lassen sich etliche Gegenbeispiele finden, sowohl unter Transgendern, auf welche die postulierte Ursache nicht, als auch unter Cisgendern (Nicht-Transgendern), auf die sie zutrifft.

Auch politisch wird mittlerweile angenommen, dass die Geschlechterrollen von Frauen und Männern (Gender bzw. „soziales Geschlecht“) gesellschaftlich, sozial und kulturell geprägt seien. Laut deutschem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend „sind diese - anders als das biologische Geschlecht - erlernt und damit auch veränderbar.“ (Siehe auch Gender).

Behandlung

Keine Form von Transgender ist therapierbar oder heilbar im Sinne einer Versöhnung mit der ursprünglichen Geschlechtsrolle; wie bei der Homosexualität empfinden sich Transgender in der Regel, so sie nicht starkem Druck von Außen ausgesetzt sind, allerdings auch nicht als therapie- oder geistig heilungsbedürftig. Der Bedarf, Transgender (wie Homosexualität) durch „Heilung“ zum Verschwinden zu bringen, entsteht üblicherweise nur bei Außenstehenden, welche ihre eigene sexuelle Identität gefährdet sehen, wenn heteronormative Grundregeln ins Wanken geraten.

Transgender und Sexualität

Grundsätzlich sind Transgender unabhängig von der sexuellen Orientierung und sexuellen Vorlieben; sämtliche sexuellen Variationen, die bei Cisgendern bekannt sind, gibt es auch bei Transgendern.

Die häufige Assoziation insbesondere von Transfrauen mit Prostitution (oder anderen Arbeiten in der Sex-Industrie) rührt daher, dass in vielen Gesellschaften Prostitution die einzige Möglichkeit für Transfrauen ist, Geld zu verdienen, oder die einzige gesellschaftlich anerkannte Rolle für Transfrauen.

Die ebenfalls häufige Assoziation mit Homosexualität hat zwei Ursachen; zum einen die Tatsache, dass lesbische oder schwule Kreise häufiger sowohl Raum als auch Vorbild für Menschen mit abweichender Geschlechtsrollenpräsentation boten. Zum anderen bevorzugen auch Transgender häufig Menschen mit einem anderen Geschlecht als Partner, und zwar mit einem anderen Identitätsgeschlecht. Dies führt häufig zu Beziehungen, die für Außenstehende homosexuell erscheinen. Die betreffenden Personen betrachten solche Beziehungen allerdings meist als heterosexuell.

Zwar wird die Behandlung oder Begutachtung von Transgendern häufig von Sexualwissenschaftlern vorgenommen, jedoch (anders als häufig angenommen) haben Geschlechtsidentität und Sexualität - zumindest bei Transgendern - nur wenig miteinander zu tun. So ist nicht etwa die Mehrheit der Transgender vor einem eventuellen Geschlechtsrollenwechsel schwul oder lesbisch, um dann hinterher heterosexuell zu leben, sondern im Gegenteil sind etwa die Hälfte der Transgender nach dem Wechsel lesbisch oder schwul, oder auch bi- oder pansexuell. Auch bei jenen Transgendern, die keinen vollständigen Wechsel der Geschlechtsrolle anstreben (Cross-Dresser und andere) ist die Mehrzahl ebenso oft heterosexuell (relativ zu ihrem Ausgangsgeschlecht) veranlagt wie der Durchschnittsmensch.

Transgender „versus“ Transsexualität

Obwohl (oder gerade weil) Transsexualität als eine Form von Transgender erscheint, kam es in Vergangenheit immer wieder zu Auseinandersetzungen zwischen Transsexuellen, die den Begriff, und/oder jegliche Kommunikation, Zusammenarbeit oder Allianz mit nicht-transsexuellen Transgendern ablehnen, und vor allem politisch motivierten Transgendern andererseits.

Wo einerseits „klassische“ Transsexuelle oft argumentieren, dass sie darunter leiden, transsexuell zu sein, und nur ein normales Leben führen möchten, während Transgender (manchmal wird hier stattdessen auch „Transvestiten“ benutzt oder Transvestitismus, also ein nur zeitweiliger Rollenwechsel, impliziert) zum Teil durch ihr Äußeres Aufsehen erregen wollen, oder dadurch „Spaß haben“ möchten (ebenso werden teilweise auch sexuelle Motive unterstellt), verweisen einige Transgender andererseits darauf, dass a) nicht-transsexuelle Transgender genauso leiden können und genauso medizinische und juristische Maßnahmen benötigen können wie Transsexuelle, und dass b) noch lange nicht alle nicht-transsexuellen Transgender Aufsehen erregen möchten, oder „Spaß haben“ wollen, sondern es genauso nicht-transsexuelle Transgender gibt, welche ebenfalls für sich persönlich kein großes Interesse daran haben, irgendwie aufzufallen in Hinsicht auf ihre Geschlechtszugehörigkeit.

Diese angenommene Unterscheidungsmöglichkeit wird zunächst durch die ICD-10-Definionen von „Störungen der Geschlechtsidentität“ insoweit unterstützt, weil dieses unter F64.0 (Transsexualität, vollständiger Geschlechtsrollenwechsel innerhalb eines als binär verstandenen Systems, unter Inanspruchnahme „soweit wie möglicher“ medizinischer Maßnahmen) und F64.9 (nicht näher definierte Geschlechtsidentitätsstörung) eine ähnliche Unterscheidung trifft. Allerdings ignorieren die Argumentationen nach ICD folgende Faktoren:

  • Die ICD-Definition ist nach dem allgemeinen wissenschaftlichen Konsens veraltet. Selbst als ausgesprochen konservativ bekannte mit dem Thema befasste Wissenschafter betrachten diese angeblich mögliche klare Unterscheidung als veraltet. (Bosinski-03-Urologe-TS.pdf)

  • Das DSM-IV (Diagnostik and Statistical Manual of Mental Disorders) verzichtet gänzlich auf den Begriff Transsexualismus und spricht (unter der Nummer 302.85 für Adoleszente und Erwachsene bzw.302.6 für Kinder) nur noch allgemein von Geschlechtsidentitätsstörungen, welche in unterschiedlich schwerer Form auftreten und bei welcher die notwendigen Behandlungen jeweils auf die Bedürfnisse des Einzelnen abgestimmt sind, und grade nicht nur eine Alles-oder-Nichts-Alternative bieten.

  • Und nicht zuletzt jene nicht unbeträchtliche Anzahl von Menschen, welche zwar einen Geschlechtsrollenwechsel samt den für sie notwendigen medizinischen und juristischen Maßnahmen benötigen oder bereits vollzogen haben, die jedoch, sei es, weil sie ein binäres Geschlechterverständnis ablehnen oder gewisse medizinische Maßnahmen für sich nicht benötigen, nicht die strikte Definition von F64.0 erfüllen.

Andere Transsexuelle begrüßen den Begriff Transgender, weil er nicht den in der deutschen Sprache problematischen Wortbestandteil sex enthält, da hier, anders als im Englischen mit den beiden Ausdrücken sex für das körperliche und gender für das soziale Geschlecht, nur ein einziger Begriff existiert. Dieser Umstand führt sprachbedingt im Allgemeinen zu dem Missverständnis, dass Transsexualität primär ein sexuelles Problem sei. Aus diesem Grund, und dem Umstand, dass in der deutschen Sprache die Geschlechtszuordnung eben mit dem biologischen Geschlecht gleichgesetzt wird, wird Transsexualität hierzulande gelegentlich auch durch den Begriff der Transidentität ersetzt.

 

 

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