Navigation

Startseite

Seite 1

Aufklärende Fragen zur Transsexualität

Home

Vita Harumi

Kurzchronik

Mein Weg - eine Betrachtung

Tagebuch

Wie kannst Du helfen?

OP-Technik nach Dr. Schaff

Ga-OP Nachsorge

Erklärungen

.....

Galerien:

Meine Veränderung

Mein neues Leben

Freundinnen / Freunde

Rechtliches:

Gesetze, Beschlüsse

Standards of Care

Beleidigung - am Beispiel Verein

-

Gästebuch

Bannertausch

Links

E-Mail

Impressum

Sitemap

 

www.Harumi-Michelle.de

Vita Harumi Michelle,

"Auf dem Weg zur Frau"

~Lebensweg einer Frau,

die nicht als Frau geboren wurde~

Teil 4

"Ich bin angekommen, Harumi ist volle Wirklichkeit!"

 

 

Teil 4

OP, Post-OP, endlich am Ziel meiner Träume, Leben ...

 

Am 30.06.2010 war es dann soweit, der Termin meiner so sehnsüchtig erwarteten Ga-OP. Alles verlief planmäßig und ohne Komplikationen. Die OP dauerte etwa 4 Stunden. Danach im Aufwachraum, ich war recht schnell wieder bei Sinnen und auch körperlich ging es mir gut, registrierte ich, dass da etwas anders ist. Im Unterleib hatte ich ein leichtes Druckgefühl und da war dann auch der Verband. Es musste wohl passiert sein ein Mädchen wurde geboren!

Ich hatte diese OP also gemacht und bin auch heute noch überglücklich, nicht aufgegeben zu haben. Ein nun wirklich neues Leben begann, ein Leben endlich richtig als Frau und mit entsprechend angeglichenem Körper. Zu Hause angekommen, gab es gleich einiges neu zu organisieren bzw. sich daran zu gewöhnen, regelmäßiges Bougieren und die Pflege meines neuen Organs. Aber ich wusste ja, was da an Disziplin auf mich zu kommt.

Es gab dann auch gleich wieder behördlichen Stress, weil für die neuerliche Krankschreibung von der Krankenkasse auf Grund der bestehenden Blockfrist kein Krankengeld mehr gezahlt wurde. So musste ich mich beim Arbeitsamt melden. In so einem Fall soll bei weiter bestehendem Arbeitsverhältnis Geld aus anderen Kassen über diesen Weg gezahlt werden. Das Antragsprocedere ist ähnlich wie beim Antrag auf Arbeitslosengeld. Wie ich hierbei feststellen musste, ist man aber gar nicht gewillt, das auch zu machen. Es wird erst mal mit allen Kräften und bürokratischen Tricks versucht, diesen Antrag abzuwimmeln.

Unabhängig von diesem behördlichen Eiertanz habe ich den 2. Schritt meiner Ga-OP am 29.11.2010 vollzogen. Auch diese OP verlief problemlos, dauerte knapp 2 Stunden, zumindest habe ich das so in Erinnerung. Gleich nach der OP, schon im Aufwachraum war ich wieder bestens drauf und endlich wieder im Zimmer, telefonierte ich gleich überall rum.

Vom Arbeitsamt gab es dann doch kein Geld, hatte man nach 3 Monaten Bearbeitungszeit errechnet. Auch mein Widerspruch wurde abgelehnt. Ich bzw. wir, die sogenannte Bedarfsgemeinschaft, seien zu reich und sollten erst mal unsere Lebensversicherungen kündigen und aufbrauchen und auch Handyverträge etc. sofort kündigen, als ob das mit sofortiger Wirkung ginge. So jedenfalls die Begründung unseres "sozialen" Staates. Dafür von der Krankenkasse eine satte Rechnung für Beiträge, die ich nun auch selbst aufbringen muss.

Anfang März 2011 folgte meine nächste und letzte OP, reine Korrekturen und Ergänzungen für mein weibliches Aussehen. Die kurzen Zeitabstände zwischen den letzten 3 Operationen hatten Spuren hinterlassen. Postoperativ hatte ich diesmal ganz schön mit der allgemeinen körperlichen Kondition zu kämpfen. Der Körper brauchte eine längere Erholungsphase. Das hieß für mich, kürzer treten.

Trotzdem kam einen Monat später dann meine Rückkehr ins Berufsleben in den Betrieb, dem ich schon lange angehöre. Wenn auch die Anerkennung meiner Identität vielen noch immer schwerfiel, ich wurde halbwegs akzeptiert und meine neue Arbeit in der Einsatzleitung machte mir Spaß.

Von Ende September bis Mitte Oktober 2011 war ich versetzt zum Standort Duisburg unseres Betriebes. Hier lernte ich viele neue Leute und Kollegen kennen. Es sind dort wundervolle Menschen und ich hatte mich bei ihnen sehr wohl gefühlt. Der Abschied fiel dadurch auch besonders schwer. Die meisten kannten meine Vergangenheit, trotzdem hatte mich niemand verachtet. Es ist also ein gutes Zeichen, dass es auch anders geht! Nach Ende meiner befristeten Versetzung war ich dann wieder in der Niederlassung bei Magdeburg. Das Leben geht weiter, jeder lebt sein Leben; ich meins, die anderen ihrs. Ich fühlte mich dort aber nicht sonderlich wohl. Es gab da zwar keine direkten Anfeindungen, aber einige "liebe" und vor allem hoch hofierte Kollegen ließen keine Gelegenheit aus, ihre Abneigung mir gegenüber, weil ein "richtiger Mann" so etwas nicht machen darf, mich auch merken ließen. Allgemein bekannt als Mobbing. Der Betriebsrat und Vorgesetzte wollten natürlich wieder wie 2009 nichts davon mitkriegen (wie die allseits bekannten 3 weisen Affen).

In der Folgezeit gab es einige gravierende Änderungen in der Betriebsstruktur und mein Aufgabengebiet wurde umfangreicher, änderte sich aber auch teilweise. Man gewöhnte sich nun langsam immer mehr an mich und meine wahre Identität, was das Arbeitsklima in dieser Hinsicht für mich ebenfalls erträglicher werden ließ. Herr Paschke (Name geändert) und Co kriegten das aber weiter nicht hin und wollen das nach eigener Aussage auch nicht bis an ihr Lebensende.

Im Laufe der Zeit verbesserte sich die allgemeine Situation im Betrieb immer mehr. Ich fühlte mich mehr und mehr wohler und akzeptierter, bin heute als gleichwertige Mitarbeiterin integriert.

Im November 2016 erschien dann in der Tagespresse von Brandenburg an der Havel in der "Märkischen Allgemeinen Zeitung" ein Artikel über mich und meine Transition anlässlich meines bevorstehenden 10-jährigen Jubiläums meiner Transition (Artikel in der MAZ). Nach über 30 Jahren besteht unsere Ehe noch heute fort und das war wohl auch der Grund, warum sich bei mir nach diesem Zeitungsartikel das Fernsehen (rbb) und eine Filmfirma aus Hamburg meldete. Sie waren allerdings mehr an meiner Ehepartnerin interessiert, wie sie das mit meiner Transition und der gemeinsamen Ehe gemeistert hat. Meine Ehepartnerin hatte aber, auch aus gesundheitlichen Gründen, abgelehnt.     

 

Ausführliches, Empfindungen, Erfahrungen findest Du, von Zeit zu Zeit ergänzt in meinem kleinen Tagebuch.

Eine kurze Zusammenstellung von Daten und Fakten ist meine transsexuelle Kurzchronik

Über meinen Weg wird hier, so wie ich ihn erlebt habe, immer wieder weiter berichtet!

Einige Bilder hier können auch vergrößert werden, einfach nur anklicken

Teil 4: überarbeitet bzw. ergänzt am 05.04.2017 (neue Erkenntnisse und Informationen wurden an entsprechender Stelle eingefügt)

 

Harumi Michelle

 

© H. M. Waßerroth

Counter